Mittwoch, 14. Februar 2018

Zu Besuch bei gelb-schwarzen fliegenden Ingenieuren

WUNDERbar und einfach nur zum Staunen und genießen!

Besuch bei einem haitianischen Imker, rein biologische Gartenhaltung :-)
 Faszinierend welch kleine präzise Ingenieure diese Bienchen sind.

 

 


Montag, 5. Februar 2018

Frustrierende Details

Nicht nur an den Dingen, die laufen wollen wir Euch teilhaben lassen, sondern auch gerne an den Dingen, die sich uns als Hindernisse in den Weg stellen.

Die Vorbereitungen für das Projekt der Blockanlage begannen bereits vor Jahren. Mit viel Aufwand kauften wir einen speziellen Generator, einen Betonmischer und eine Blocksteinmaschine in China ein, verschifften alles nach Haiti, durchlebten die Korruptionsrealität bei der Verzollung am Hafen, waren fasziniert wie man ohne Kran den Kontainer ablädt und tonnenschwere Geräte an ihren Bestimmungsort transportiert,... Unsere Freude war entsprechend groß, als es endlich losging mit der Produktion. Im ersten Monat ging bereits das Getriebe des Betonmischers kaputt, das nur mit viel Aufwand von einem Schweißer in der Hauptstadt wieder funktionstüchtig gemacht werden konnte. Dieufort verbrachte hierzu 4 ganze Tage mit Übernachtung in Port-au-Prince. Die technischen Geräte darf nicht jeder Mitarbeiter bedienen, sondern nur die entsprechend geschulten Vorarbeiter. Vor 2 Wochen überprüfte die zuständige Person den Ölstand des Generators nicht rechtzeitig: der Tod für jeden Motor. Mehrere Techniker bestätigen: da ist nichts mehr zu retten. Ein Ersatzgenerator wurde gesucht und gefunden. Zum Preis von 4.000 USD ist er erwerblich. Ein notwendiges Teil, um die Produktion wieder aufnehmen zu können. Die Hoffnung bleibt, dass sich all diese Investitionen eines Tages lohnen werden und die Mitarbeiter den Wert erfassen.    

Martina hat nun zum dritten Mal Malaria hinter sich. Die haitianische Malaria heilt zwar bei entsprechender medizinischer Behandlung vollständig aus, kann aber jederzeit durch eine weitere Stechmücke erneut übertragen werden. Der Körper entwickelt keine Immunisierung. Trotz Moskitonetze, Fliegengittern etc. es ist in Haiti unmöglich Mückenstiche komplett zu vermeiden. Es ist also sozusagen ein Berufsrisiko des Entwicklungshelfers. Wobei wir dankbar sind, dass die schlimmste Malariaform, wie sie in Afrika zu finden ist, nicht in Haiti vorkommt.

"Ein Weg entsteht, wenn man  ihn geht", ist der Slogan einer Selbsthilfegruppe für psychisch Kranke. Doch wird es stets ein geebneter Rasenweg mit Blümchen und Sonnenschein sein? Das hat uns das Leben nicht versprochen. Es wird wohl stets herausfordernd bleiben. "Nicht alles, was sich gut anfühlt ist richtig und nicht alles, was sich schlecht anfühlt ist falsch", pflegt Anette Bieseke zu predigen. Recht hat sie, wenn ich mir meine Gefühle betrachte im Angesicht mancher Hindernisse. Andy Stanley rät in seinen Leiterschaftsseminaren: "Sturheit ist ein Segen, wenn Du richtig liegst." In diesem Sinne ist Durchhaltevermögen und Dranbleiben gefragt. Nicht allzu modern in unserer schnelllebigen Instantgeneration. Auch unter Christen entsteht immer wieder die Frage, ob es Gottes Wille sein kann, angesichts so mancher Hindernisse. Ob sich Dir gerade Krankheit, Tod, ein technisches Problem, Geldmangel oder sonstwas entgegenstellt, die Bibel ermutigt uns da ganz klar ohne Furcht dranzubleiben und treu den guten Weg weiterzugehen. "Warum" ist eine Frage, die Dich unnötig aufwirbelt und meist keine zufriedenstellende Antwort bringt. Also lasst uns zusammen auf unseren Wegen dranbleiben, uns gegenseitig stützen und Ausschau nach all den guten Dingen halten die uns Kraft schenken. Möge Gottes Frieden in uns alles Andere überfluten.



        

  

Freitag, 2. Februar 2018

Für alle, die nach Frühstück gefragt haben :-)

e voilà...

Frische Brötchen aus der Bäckerei unserer Sekretärin, zuckersüße sonnengereifte Ananas und Bananen, haitianischer würziger Kaffee, Landeier aus Freilandhaltung auf'm Kinderdorfgelände, Honig vom Imker ums Eck, Erdnussbutter von unseren großen Mädels gemacht und "kaka Boeuf", auch "bonbon Siwo" genannt, ein lebkuchenähnliches Gebäck mit Ingwer von unserer Nichte...

Wann kommt Ihr??? :-) 

Mittwoch, 31. Januar 2018

Gästezimmer im Kinderdorf

Die ersten Gästezimmer sind provisorisch bezugsfertig und warten auf ein Team aus Carrefour.
Stück für Stück wird auch der Rest vom Gästehaus werden.
Unsere Schreiner sind gefragt: Betten, Türen, Einbauschränke, Küchenschränke, Esstisch und Sitzbänke, Deckenleisten,Vorhangsstangen, etc.
Ganz ehrlich, bin stolz darauf, dass wir hier keine Möbel in einem ausländischen Möbelhaus kaufen müssen, sondern haitianischen Handwerker in Arbeit bringen können. Auch für unsere Gäste sind dies in diesem Sinne Vorzeigestückchen, die zeigen, dass unser haitianisches Team was drauf hat und Haiti keinen IKEA braucht, sondern Liebhaber für "made in Haiti".
 
 

 






Mittwoch, 24. Januar 2018

Happy Birthday!



Habe mehr als tausend Gründe diesen wundervollen Mann zu lieben und zu seinem besonderen Tag mag ich Euch mal ein paar davon nennen :-)

Musikalisch, feinfühlig, spirituell sensibel lebt Dieufort sein Leben als Lobpreis für seinen Gott. Er gibt ihm die Ehre und bleibt selbst bodenständig, treu in kleinen Alltagsdingen, sich nicht zu schade für niedrige Arbeiten. Pragmatisch und zugleich das größere Ziel nie aus den Augen verlierend. Visionär ohne Großspurigkeit. Humorvoll, auch über eigene Schwächen und Fehler lachend. Geduldig und ausdauernd trotz aller Widrigkeiten und Hindernissen die sich ihm in den Weg stellen bringt er seine Projekte voran. Um sie dann mit allen anderen zu teilen. Er gibt, verschenkt, großzügig, öffnet Chancen und verlangt seinem Gegenüber aber auch ab, dass er diese dann nutzt und sein Bestmögliches herausholt. Freisetzende Beziehunngen anstatt Abhängigkeitsbeziehungen. Unterstützend, ermutigend und auch erklärend investiert er viel Zeit für seine Mitarbeiter ohne mit seinem Fachwissen anzugeben. Die haitianischen Ansprachen als "Direktor",  "Ingenieur", "Chef" sind ihm zuwider, er stellt sch stets einfach mit seinem Namen vor weil sein Selbstwert nicht von einer Position abhängt. Zwischen den Kulturen aufgewachsen nutzt er dieses heimatlose Dasein um Brücke zu werden zwischen Haiti und Deutschland. Trotz seiner traurigen Kindheit ist ihm keine Bitterkeit abzuspüren, kein Vorwurf kommt aus seinem Mund. Dankbar für all das Gute, was ihm geschenkt wurde. Er entscheidet sich zu lieben und stellt es nicht wieder in Frage wenn sich Dinge anders entwickeln als erwartet. Als guter Freund weiß Dieufort Geheimnisse zu wahren, die Wahrheit in Weisheit verpackt zum richtigen Zeitpunkt auszusprechen - auch wenn sie unbequem ist, weil er davon überzeugt ist, dass man nur so an ihr wächst und frei wird. Zudem ist er mein bester Friseur und Masseur. Als Rettungsboot ist er in Notfällen stets zur Stelle und scheut keine Unannehmlichkeiten. Ruhig und bedacht agiert er auch in angespannten Situationen. Nur bei der Geburt seiner Kinder fand man ihn aufgelöst - eben der beste Papa ever! Ausflüge an seiner Seite sind stets abenteurlich, überraschend immer wieder Neues zu entdecken. Bin sehr gerne seine Beifahrerin. Jeden Morgen wird sich politisch informiert, Yellow Press dagegen ignoriert. Gesichtererkennung ist nicht seine Stärke, aber mit einem unschuldigen Lächeln wird es ihm leicht verziehen. Für fehlende Namen erfindet er einfach Neue, so dass sich sein Gegenüber als etwas Besonderes wahrgenommen weiß :-). Kinder lieben ihn, seine lustigen Spielchen und den Genuss gutes Essen zu teilen. Neidisch blicke ich auf die Gabe innerhalb von 2 Minuten tief und fest einschlafen zu können. Er ist kein Mensch großer Worte, seine Taten sprechen lauter. Bei all den vielen verschiedenen Aktivitären und Projekten ist es mir ein Rätsel wie er den Überblick behält - doch er hat tatsächlich die Fäden in der Hand. Kanaval ist seine Lieblingssaison in Haiti; sich unters Volk mischen, tanzen, genießen, lustig sein, politisch spitze Texte, oder einfach nur Spaß haben. Lass den Bub in dir raus! Sein Haus ist stets offen, sein Auto auch, und so nimmt er viele Besucher mit, zeigt ihnen was sein Herz bewegt, wie man die scheinbar unvereinbaren Kontraste seines Heimatlandes lieben lernt, die Würde jedes einzelnen Menschen entdeckt, in dem man sein Herz öffnet. An Geld hängt er nicht, doch er weiß damit umzugehen. Auch wenn ihm Psychologie unheimlich bleibt, so schütten ihm immer wieder Freunde ihr Herz aus, weil sein Rat kostbar ist. Unabhängigkeit, die nicht manipulierbar ist verschafft ihm Respekt. Sprachbegabt egal ob Deutsch, Französisch, Englisch, Kreol, alles kein Problem. Seine Angst vorm Arzt und das Leiden an einem Schnupfen ist einfach nur der Beweis, dass er ein echter Mann ist. Er hätte auch Arzt werden können. Wackelzähne ziehen, Gelenke einrenken, Seeigel aus dem Fuß operieren, Schraubenmutter vom bereits angeschwollenen Finger friemeln, ... das hat man bei diesem Papa alles inklusive. Auch wenn er oft weg ist - wir wissen, er kommt bei einem Notfall sofort um jeden von uns zu retten. Gib ihm etwas und er wird es für sein Umfeld nützlich machen, damit er sich mit den anderen am gemeinsamen Glück freuen kann.

Es ist mir eine Freude morgens neben diesem Mann aufzuwachen und jeden neuen Tag zu entdecken! Welch ein Geschenk, dass DU geboren bist und Du Dein Leben so anpackst wie Du es tust!
Bin gerne an Deiner Seite durch dick und dünn. 



Donnerstag, 18. Januar 2018

Schlüsselübergabe an Familie Jean-Baptiste

Mit großer Freude zog Familie Jean- Baptiste in ihr neues Häusschen ein. Latrine und Duschkammer wird auch von angrenzenden Nachbarn mitbenutz. Gleich zwei Tage später kam Mama Jean -Baptiste nochmal ins Büro um sich ausführlich zu bedanken. Sie bete für die Spender und Ihre Familien, für alle Mitarbeiter der Lebensmission und alle Bauarbeiter von Habitat-HT. „Und wenn einer auch nur an einem Tag eine Schaufel geschwungen hat, so hat er uns gesegnet und möge von Gott reichlich seiterseits Segen empfangen,“ sagt sie. Sie seufzte und meinte, sie habe nun wieder Hoffnung gesundheitlich auf die Beine zu kommen, da sie jetzt wieder ruhig schlafen könne. Die Kinder seien auf dem Hausboden sicher vor Tieren, es sei schön sauber und die Türe fest verschlossen. Ihr Geist kann nun nachts ruhen . 
Die Veränderung der Wohnsituation schenkt soviel Zuversicht und gibt Kraft für alle anderen Kämpfe in anderen Bereichen des Lebens.  

Die Baustelle begann am 18.12.2017 und musste wegen Regen 10 Tage zum Jahresende pausieren. Eine besondere Stützmauer war notwendig als Schutz vor Abtragung durch Regen, da es sich teilweise um aufgeschüttetes Terrain handelt.
Auf einen Farbanstrich haben wir verzichtet, um nicht zusätzliche Aufmerksamkeit auf das Haus zu ziehen. Alle Nachbarn wissen, dass es sich um ein Spendenhaus handelt und es waren nicht alle erfreut darüber. 

Hier ein immer mal wieder vorkommendes Problem: 
Gewisse Gebiete wurden dem Staat zugeschrieben bzw. gewissen politischen Personen zu jener Zeit. Nun können auf dem Berg Bienac z.B. Grundstücke dennoch rechtmäßig gekauft, jedoch nicht imGrundbuch eingetragen werden. Man geht davon aus, dass nach gewissen Jahren eine zusätzliche Gebühr anfallen wird, um den tatsächlichen Grundstückswert zu berechnen und ins Grundbuch einzutragen. Hierzu muss der Eigentümer den Kaufvertrag vorweisen. Durch diesen Umstand können diese Grundstücke sehr günstig aktuell erworben werden. Dies betrifft wie gesagt alle Eigentümer des Viertels und ist kein Einzelfall.In meinem deutschen Bauch bewirkt dies jedoch Grummeln über eine bleibende Ungewissheit. Wie froh bin ich über deutsche korrekt arbeitende Behörden:-)